Dominik Hehl
Konzentration auf das Wesentliche
Berlin Kreuzberg. In einem ehemaligen Ladengeschäft befindet sich das Gemeinschaftsatelier, in dem Dominik Hehl seiner Arbeit nachgeht. Die Einrichtung ist typisch für Berlin. Roh belassene Oberflächen, spärliche Möblierung und ein bisschen zusammengewürfelt, aber dennoch stimmig. Wir sitzen an einem gelben Holztisch mit einer frischen Tasse Kaffee. Dominik macht den Kaffee mit einer einfachen Bialetti Espressokanne. Genau das entspricht seiner Person und der Art und Weise, wie er Dinge entwickelt und entwirft. Dominik ist Produktdesigner und in seinen Arbeiten konzentriert er sich auf das Wesentliche. Es geht nicht um übertriebenen Schnickschnack, sondern um das pure Produkt, um das, was wirklich nötig ist und – ausgesetattet mit den entscheidenden Details – nie langweilig wird.
Woran arbeitest Du gerade?
Ich habe gerade zusammen mit einem Kollegen einen Pop-Up Store für einen Car-Sharing Anbieter hier in Berlin ausgestattet. Dabei haben wir uns für die Ausstattung vor allem auf die Dinge konzentriert, um die man nicht mehr zu kümmern braucht, wenn man Car-Sharing macht. Benzinkanister, Gegenstände und Werkzeuge aus Auto-Werkstätten und natürlich das Carport als ultimatives Symbol für alle Eigenheimbesitzer. Daraus haben wir die gesamte Einrichtung konzipiert und so Gegenstände verwertet, die überflüssig werden.
Also eine Art von Recycling oder Upcycling?
Ja genau, ich möchte mit meiner Arbeit möglichst effizient sein. Auf alles Überflüssige verzichten, die eingesetzten Ressourcen gezielt nutzen und natürlich auch so wenig Abfall wie nötig produzieren. Dabei lege ich die Grenzen hierfür aber selbst fest. Am Ende muss nicht jedes kleine Reststück Verwendung finden, wenn es der Gestaltung nicht zugute kommt. Ich versuche neue Wege und Herangehensweisen zu finden, wie beispielsweise bei Rohlinglicht.
Was ist daran so besonders?
Ich mag traditionelle Herstellungsprozesse und kam so auch auf die klassische Technik des Metalldrückens. Die Jungs sind mit ihren Maschinen fast eine Einheit, es ist faszinierend zu sehen, wie die dreidimensionalen Formen entstehen. In Kombination mit der neuen Technologie des Wasserschneiders entsteht dann ein Produkt wie Rohlinglicht. Aus einem einzelnen Stück geformt, ohne Scharnier oder eine andere Verbindung von Lampenschirm und Ständer. So ist es bei allen Produkten meiner Rohling-Serie. Ich habe die Zahl der nötigen Aktionen um ein Produkt zu erschaffen auf ein Minimum reduziert.
Und was kommt danach?
Ich würde gern mal etwas in Richtung Materialentwicklung machen. Bisher fehlte mir dazu einfach die Zeit und die Muße. Aber ich finde es eigentlich ein sehr spannendes Thema. Zuschauen, was möglich ist, wie sich Materialien verhalten und was sich daraus entwickeln lässt. Wer weiß, vielleicht ergibt sich das ja mal.
…
Der gelbe Tisch an dem wir so gemütlich sitzen, hört auf den Namen Rohlingtisch, und er ist natürlich ebenfalls Teil der Serie von Rohling Produkten. Dominik legt bei seiner Arbeit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit, aber es fühlt sich bei ihm angenehm authentisch an. Genau so, wie der Kaffee aus der Bialetti Espressokanne.
Kai Petermann lebt in Berlin und schreibt bei Stilsucht täglich über Produktdesign.





