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Nora von Nordenskjöld
Designer






Nora von Nordenskjöld nennt einen ziemlich schrägen Hasen ihr Eigen.

Die geborene Münchnerin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen in andere Welten zu entführen. Als eine der Berliner Design-Adressen für Projekte mit besonderen Ansprüchen, entwickelt Nora Raumatmosphären und Erlebniswelten. Sie hilft Brands, Produkten und Locations dabei, dem Publikum ihre Geschichten zu erzählen.

Für das derzeit in der Alten Münze gastierende Pop-up-Restaurant "Pret A Diner" hat Nora schon Baumhäuser in unvollendete Wolkenkratzer gebaut, ist durch stillgelegte Tunnel unterhalb der Londoner Victoria Station gekrabbelt und hat einen Riesenschwarm Origami-Vögel an die Decke des alten Berliner Münzamts gezaubert.
Die Gründerin und geschäftsführende Teilhaberin der auf Erlebnisdesign spezialisierten Firma NOVONO hat in einem Gespräch mit uns von ihrem neuesten Designerhaustier geschwärmt, uns ihre noch im Wachsen begriffene Liebe zu Berlin bekundet und bekannt, dass sie an Musen glaubt.

Was ist im Moment das Objekt deines Begehrens?
Ich mag eigentlich all die Sachen, die wir in unserem Studio so nach und nach ansammeln. Im Moment bin ich aber ganz besonders in "Honey Bunny" verliebt. Es handelt sich um ein Stück aus einer limitierten Edition der Designerin Lizzy Courage, mit der ich befreundet bin. Der Hase ist mit lauter Ausschnitten aus coolen Vintage-Comicbüchern beklebt und erzählt eine noch nie dagewesene Geschichte.

Warum Berlin?
Nach viereinhalb Jahren in Shanghai schien Berlin der richtige Ort zu sein, um mit NOVONO loszulegen. Berlin bietet alles, was ich brauche, um kreativ arbeiten zu können. Das Zusammenspiel aus Kreativität und Innovation, Natur und Urbanität inspiriert mich. Ich bin vielleicht noch nicht ganz zu Hause hier. Aber ich habe definitiv schon angefangen, Wurzeln zu schlagen.

An welchen Geschichten arbeitest du zurzeit?
Es geht wie immer darum, Gegenstände, Räume oder Materialien auf intuitive Art und Weise so zu verwandeln, dass sich ihre individuellen Geschichten in moderne Kontexte und Ästhetiken einfügen. Diesen Design-Ansatz konnten wir von Anfang an für "Pret A Diner" umsetzen. Das war der perfekte Spielplatz dafür. Wir freuen uns aber auch über andere aktuelle, meist sehr arbeitsintensive Projekte, die eine längere Laufzeit haben. Zum Beispiel das Restaurant im Jüdischen Museum in Berlin. Aber es gibt auch kurzfristigere Installationen wie im Rahmen der Veuve Clicquot-Show in Kitzbühel, von der ich gerade zurückkomme.

Was steht designmäßig als Nächstes an?
Wir können unseren Stil und unsere Vision dieses Jahr zum ersten Mal über den großen Teich bringen. Ich habe erst vor Kurzem verstanden, dass wir nahezu umweglos unsere Nische gefunden haben: Wir kreieren temporäre, quasi-szenische Installationen, die mehr sind als einfach nur Event Setting oder Brand Experience – und zwar indem wir vergessene Erinnerungen und Sehnsüchte ins Hier und Jetzt säen. Wir versuchen Gefühle zu kreieren, nichts weniger.

Glaubst du an Musen?
Ja. Musen sind für mich Menschen, die Schlüssel besitzen, mit denen sich innere Türen öffnen lassen. Türen, die ich zuvor nicht zu öffnen gewagt hätte. Musen gewähren Einblick in die eigene Verspieltheit und stärken deine Überzeugungen. Ich bin dankbar für die Inspirationen, Meinungen und manchmal auch für die Grenzen, die mir von diesen Menschen aufgezeigt werden. Und ich hoffe natürlich, in meinen kreativen Seelenverwandten Ähnliches zu bewirken – angefangen natürlich bei meinem jungen und passionierten NOVONO-Team.

 
Nora von Nordenskjöld kommt aus München und hat in New York, Mailand und Shanghai gearbeitet und gelebt. Inzwischen ist sie Wahl-Berlinerin und hat ihr Studio in der Choriner Straße eröffnet, wo sie auch einige Designs und Möbelstücke der Öffentlichkeit präsentiert.

 
Autor: Alonso Dominguez ist Creative Director bei sugarhigh.